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Ausgabe 02/21

Mit der Kundenzeitung „AERZEN com.press“ möchten wir Ihnen umfassende Informationen über unser Unternehmen, unsere Produkte und Anwendungslösungen geben.

Artikel

Turboluft aus dem Container

Kompakt, leise, effizient: AERZEN liefert einbaufertige Gebläselösung für die Kläranlage Oschersleben

Der Trink- und Abwasserverband (TAV) Börde investiert mithilfe staatlicher Förderung aktuell vier Millionen Euro in eine Klärschlammfaulung, um daraus thermische und elektrische Energie zu gewinnen. Die Maßnahme hat das Ziel, Kosten zu senken, die Umwelt zu schonen und die Gebühren für die Bürger stabil zu halten. Ein Teil des Gesamtprojekts in der Kläranlage Oschersleben: Einbau einer neuen Gebläsetechnik für die beiden Belebungsbecken. Heute sorgen drei energieeffiziente Turbogebläse von AERZEN für Luft – platzsparend eingebaut in einen 20-Fuß-Seecontainer.

Exakt 77 Tonnen CO₂ weniger im Jahr: Das ist die Prämisse hinter der energetischen Sanierung der Belebungsbecken in der Kläranlage Oschersleben. Dafür arbeiten jetzt drei Turbogebläse statt fünf Drehkolbengebläse. Der TAV Börde senkt so spürbar seinen Energiebedarf und freut sich über eine Kofinanzierung der Maßnahme durch die Europäische Union. Knapp 20.000 Einwohner zählt die Stadt mitten in der Magdeburger Börde. Die Abwasserreinigung ist für 48.000 Einwohnergleichwerte (EWG) ausgelegt, wobei die mittlere Leistung aktuell bei 33.000 EWG liegt. „Wir haben noch Kapazitäten“, sagt Olaf Wachsmuth, im TAV Projektverantwortlicher für die Modernisierung. Der Verband zählt insgesamt 13 Kläranlagen, wovon Oschersleben mit einem durchschnittlichen Zufluss von 2.900 m3 Abwasser pro Tag die größte ist.

Aus fünf werden drei

Hohe Leistungsdichte: 3 x Aerzen Turbo (8.700 m3/h) auf 14 m2

Die neue Gebläsetechnik ersetzt fünf Drehkolbengebläse, die seit dem ersten Umbau der Kläranlage im Jahr 2000 in Betrieb sind. Die AERZEN Delta Blower Typ GM 35 S (2.388 m3/h, 90 kW max.) waren seinerzeit für die Außenaufstellung konzipiert und mit einer entsprechenden Schutzhaube versehen. Hochfrequente Turbomaschinen sind standardmäßig nicht darauf ausgelegt, Wind und Wetter direkt ausgesetzt zu sein. Folglich stellte sich im Zuge der Modernisierung die Frage, wo die Aggregate ihren Raum finden. Statt dafür ein kostspieliges Maschinenhaus zu bauen, fiel im Rahmen der Ausschreibung die Entscheidung, die Gebläsetechnik in einem Standardcontainer direkt an den beiden Belebungsbecken zu platzieren. Die kompakten Maße des 20-Fuß-Containers machten es möglich, die Einheit weitgehend auf den vorhandenen Fundamenten der alten Gebläse zu platzieren – was letztlich Einsparungen im Tiefbau zur Folge hatte.

Im Container werden auf einer Innenfläche von knapp 14 m2 drei Aerzen Turbogebläse vom Typ AT 75 0.8 S G5plus (2.900 m3/h, 65 kW) eingesetzt. Der standardisierte Transportbehälter wurde von der Aerzen Turbo Europe GmbH als Auftragnehmer innerhalb der AERZEN Gruppe einer besonderen Schallisolierung unterzogen, damit sich die Emissionen des Turbo-Trios in engen Grenzen halten. Die Baugenehmigung sah nämlich vor, dass die neue Gebläsezentrale in puncto Geräuschemissionen nicht über einen Schalldruckpegel von 60 dB(A) hinausgeht.

Viel Luft rein, wenig Schall raus

Der schallisolierte 20-Fuß-Container sorgt für einen leisen Betrieb.

„Wir haben etwa 180 Meter Luftlinie bis zur Wohnbebauung“, sagt Olaf Wachsmuth und berichtet von einem Schallschutz- gutachten im Rahmen der Genehmigung. „Dabei wurden die alten Gebläse und ihre Ausbreitung bis zum ersten Haus gemesen.“ Mit der neuen Belüftungstechnik ist der TAV spürbar leiser unterwegs. Dabei hat sich der schallisolierte Container genauso bewährt wie die im Vergleich zur Vorgängertechnik leiseren Aerzen Turbo. Damit diesen nicht die Zuluft ausgeht, kommen spezielle Kulissenschalldämpfer zum Einsatz. Sie sind Teil des AERZEN Systems und darauf abgestimmt, die optimale Luftversorgung für die Strömungsmaschinen zu gewährleisten – und dieses mit einem wirkungsvollen Schallschutz. In Oschersleben liefert dieser Aufbau 9.000 Normkubikmeter pro Stunde – also 3.000 Kubikmeter pro Turbogebläse. „Wir können mit diesem Setup auch 24.000 Normkubikmeter aus einem Container heraus liefern“, sagt Ingo Bartz. Auch leistungsstärkere Turbogebläse von AERZEN seien immer noch so klein, dass drei davon in den Container passen. „Das ist mächtig viel Luftleistung mit einem extrem kleinen Fußabdruck“, unterstreicht der Vertriebsleiter bei Aerzen Turbo.

In Oschersleben ist der „Turbo-Container“ regelungstechnisch mit dem Aqua-logic-Rechner von Aqseptence verbunden. Dieser ermittelt mithilfe von Sensoren den Sauerstoffbedarf in den beiden Belebungsbecken und regelt daraufhin die Öffnung von Schiebern in der Zuluftleitung. Die übergeordnete Maschinensteuerung AERsmart von AERZEN regelt entsprechend des herrschenden Drucks in der Leitung die Leistung der drei Turbogebläse. Fällt der Druck ab, steigt die Luftleistung, nimmt er zu, sinkt sie wieder ab. Die Verbundsteuerung managt dabei das optimale Zusammenspiel aller drei Turbos für beide Belebungsbecken. Der Einsatz von drei Strömungsmaschinen schafft die Basis, einerseits Lastspitzen sicher zu beherrschen und andererseits immer ein Aggregat als Redundanz für Verfügung zu haben.

Fazit

Mit der Auswahl einer Belüftungslösung auf Grundlage von Strömungsmaschinen ist es in Oschersleben gelungen, den Energiebedarf in der biologischen Reinigung spürbar zu senken. Die Projektbeteiligten rechnen durch die Umrüstung mit einer Einsparung von rund einem Drittel. Dieses Effizienzpotenzial führt dazu, dass in Ausschreibungen immer mehr die Betriebskosten einer technischen Lösung in den Vordergrund rücken – und weniger der reine Anschaffungspreis. „Wir haben für alle Lastfälle die benötigte Energie durchgerechnet und die Werte auch zeitlich korreliert, also über die Betriebszeiten hinweg entsprechend gewichtet“, erklärt Olaf Wachsmuth. Auch flossen die Wartungskosten über fünf Betriebsjahre hinweg in die Evaluierung der besten technischen Lösung ein. Hier konnten die Turbos ebenfalls punkten. Der Aufbau der Lösung in einem schnell anzuschließenden Container kann auch bei künftigen Modernisierungsprojekten Schule machen, da die Einheiten kurzfristig in Betrieb zu nehmen sind und wenig Platz benötigen.

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Compact news

Neuer Vertriebsleiter Prozessgas

Michael Leitsch hat im Februar 2021 als Vertriebsleiter für Prozessgas die Leitung der Gruppe Opportunity Engineering bei der Aerzen Maschinenfabrik GmbH übernommen. Nach seinem erfolgreichen Maschinenbaustudium konnte er bereits Erfahrung in der Prozessgasindustrie sammeln. Dazu zählen verschiedene Positionen im Vertrieb und Angebotsengineering für Prozessgasverdichter inklusive einer mehrjährigen Tätigkeit in Asien. Zuletzt war er zwei Jahre als Projektleiter in einer Raffinerie tätig. Michael Leitsch arbeitet eng mit den weltweiten Vertriebsgesellschaften der AERZEN Gruppe zusammen, um den AERZEN Kunden maßgeschneiderte Prozessgaslösungen zu bieten.

Neues und überarbeitetes Informationsmaterial

Speziell für die Anwendungsbereiche Abwasseraufbereitung, Lebensmitteltechnik und Prozessgastechnik hat AERZEN das Informationsmaterial überarbeitet oder gar neu erstellt. Wie können Energiekosten bei der Abwasseraufbereitung eingespart werden? Wie kann hygienisch reine Prozessluft erzeugt werden? Welche Anforderungen müssen zeitgemäße Prozessgasverdichter erfüllen? All dies sind Fragen, die sich AERZEN Kunden im Zuge von CO₂-Reduzierung, Industrie 4.0, Globalisierung und stetig steigendem Kostendruck stellen müssen. Wir unterstützen Sie dabei und bieten Ihnen mit unseren neuen Broschüren Antworten auf Ihre Fragen.

Die Neuauflagen können Sie wie gewohnt mit CustomerNet-Zugang über unsere Webseite herunterladen oder über unser Anfrageformular als Printversion anfordern:

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