AERZEN, Pionier der Kompressortechnologie und einer der weltweit führenden Hersteller von Gebläsen, Verdichtern und Turbos, baut mit der Integration der GPE Turbo aus Leipzig sein Turbo-Portfolio im oberen Druck- und Volumenstrombereich deutlich aus. Kunden profitieren von einem deutlich erweiterten Produktportfolio speziell für die Prozessgasindustrie, gebündelter Customizing-Kompetenz sowie einem weltweiten Service- und Vertriebsnetz.
GPE Turbo ist ein ausgewiesener Spezialist für ein- und mehrstufige Turbolösungen für die Prozessgasindustrie und verfügt über langjährige Erfahrung in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen sowie weltweite Referenzen. Eine besondere Stärke liegt dabei in kundenindividuellen Lösungen sowie zukunftsorientierten Technologien – wie etwa „Grüne“ Technologien, zum Beispiel Green DRI oder Green Methanol. Ein eigenes R&D-Center und eine hausinterne Fertigung ermöglichen applikationsspezifische Anpassungen
mit kurzer Time-to-Market. Seit Ende Januar 2026 ist GPE Turbo mit der gesamten bisherigen Belegschaft eine Business Unit der neuen AERZEN Process Gas GmbH. Die Integration von GPE Turbo in die AERZEN Gruppe führt zu einer Erweiterung des Produktportfolios für Prozessgaslösungen um Turboverdichter mit Druckbereich bis 300 bar und bis zu 300.000 m³/h Volumenstrom – beispielsweise für die Öl- und Gasindustrie, Stahlerzeugung, Kraftwerkstechnik sowie Chemie- und Verfahrenstechnik.
Auch das Angebot an einstufigen Turbolösungen im Niederdruckbereich bis 1,5 bar wird deutlich ausgebaut. Neben den bewährten AERZEN Turbo Baureihen Generation 5plus (bis 9.400 m³/h) und Generation 5 (bis 16.200 m³/h) können nun Volumenströme bis 100.000 m³/h angeboten werden. Davon profitieren unter anderem Prozessluftanwendungen in der Abwassertechnik, im Bergbau und bei der Dampfkompression. „AERZEN und GPE Turbo – das ist ein Perfect Fit. Wir teilen dieselbe DNA und haben ein übereinstimmendes Mindset – Innovationsstärke, Qualitätsdenken, Zukunftsorientierung, konsequentes Customizing und eine ausgeprägte Lösungsorientierung. Gemeinsam definieren wir neue Standards und gestalten den Erfolg unserer Kunden“, betont Klaus Peter Glöckner, Geschäftsführer von AERZEN. Ralf Stephani von GPE Turbo ergänzt: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit AERZEN und die Integration in das weltweite Vertriebs- und Servicenetz der Gruppe. Das bündelt unsere Kompetenzen und ermöglicht es uns, unsere maßgeschneiderten Turbolösungen weltweit zu vermarkten.“
Technischer Pioniergeist
Die German Pneumatics Engineering GmbH – das auf dem Markt unter GPE Turbo bekannte Unternehmen – wurde 2013 in Leipzig gegründet. Der geschäftliche Schwerpunkt lag zunächst auf Serviceleistungen, Retrofits und Reverse Engineering für Turboverdichter. Nach ersten Erfolgen im Service von Fremdverdichtern und dank konsequenter Kundenorientierung gelang bereits wenige Jahre später der Markteintritt ins internationale Projektgeschäft für Neuanlagen – mit eigenentwickelten, ein- und mehrstufigen Zentrifugalverdichtern, den sogenannten integrierten Getriebe-Turbos. Der technische Pioniergeist zahlte sich aus und prägte das Unternehmen, das 2023 um die GPETurbo
Berlin GmbH erweitert wurde, bis heute (s. auch Kasten „Expansion und Meilensteine“). Turboverdichter werden tendenziell dort eingesetzt, wo Prozessbedingungen stabil sind und Ansaugvolumenströme die Kapazitäten von Schraubenverdichtern
Das GPE-Portfolio
Drei Verdichtertypen stehen in unterschiedlichen Ausführungen zur Verfügung:
• Type CC:
bis zu achtstufige Getriebeturbos als Hoch-, Mittel- oder Niederdruckvariante
• Type CCS-H:
bis zu achtstufige, einwellige Getriebeturbos mit horizontal geteiltem Zylinder
• Type CCS-V:
Hochdruck(-Topf-)Verdichter
Als Antriebe können Elektro- oder Gasmotore sowie Dampfturbinen eingesetzt werden. Wie im internationalen Projektgeschäft auf dem Öl- und Gas- oder Energiesektor üblich, werden die Anlagen standardmäßig nach dem US-Regelwerk API 672 für Luftanwendungen bzw. API 617 für spezielle Gaswendungen ausgeführt. Die Einsatzgrenzen des Portfolios konnten zuletzt auf bis zu 300.000 Ansaugkubikmeter pro Stunde bei den Typen CC und CCS-H und auf bis zu 300 bar Ausgangsdruck beim Topfverdichter-Typ CCS-V erweitert werden. Die Umfangsgeschwindigkeiten betragen bei den Getriebe- Turbos mit halboffenen Laufrädern und Titan-Legierungen bis zu 500 m/s.
Expansion und Meilensteine
Engineering-Kompetenz entstanden in Leipzig optimale Voraussetzungen für weitere Effizienzsteigerungen und anwendungsoptimierte Maschinendesigns. So wurde seither eine beeindruckende Erfolgsgeschichte geschrieben: In nur sechs Jahren wurden Kunden in rund zehn Ländern mit maßgeschneiderten Verdichteranlagen für verschiedenste Anwendungen in der Chemie-, Öl- und Gas- sowie Stahlindustrie beliefert – allesamt Top-Segmente der AERZEN Process Gas GmbH. Die Mitarbeiteranzahl ist inzwischen auf über 50 gestiegen. Das hausinterne R&D-Team arbeitet an innovativen Maschinendesigns und neuen Fertigungstechnologien wie dem 3D-Druck großvolumiger, kritischer Bauteile. Neben dem Standort Leipzig wird auch das Büro Berlin, das sich um das Geschäftsfeld der einwelligen Verdichtertypen kümmert, weiter betrieben.
Modernster Maschinenpark
Mit den Projektreferenzen und der Reputation wuchsen auch Prüfstandseinrichtungen und Maschinenpark kontinuierlich mit und erreichen heute Top-Niveau. Der Standort Leipzig betreibt einen der weltweit modernsten Prüfstände für Turboverdichter, der den gesamten Geschwindigkeitsbereich aller Betriebsfälle abdeckt. Mit dem Schenck Overspeed Vakuumtestzentrum mit vier Megawatt installierter Antriebsleistung und einer Drehzahl von bis zu 63.000 U/min wird die Qualität der Laufräder garantiert. Alle drehenden Teile der Verdichter werden im eigenen Haus gefertigt und getestet. Zu den Schlüsseleinrichtungen der Produktion zählen vier fünfachsige Fräsmaschinen, zwei Hochgeschwindigkeits-Wuchtstationen sowie umfangreiche Hebekapazitäten mit zwölf Kränen von 2,5 bis 80 t Traglast. Weitere konventionelle Dreh-, Fräs- und Bohrmaschinen vervollständigen die Fertigungskapazitäten.