AERZEN Water Treatment System
Systemlösungen für effiziente Belebungsbecken - Ganzheitlich denken, individuell handeln
AERZEN Belüftungskonzepte sind ganzheitlich gedacht und beziehen die gesamte Wertschöpfungskette mit ein – vom Bauraum über die Abwassertechnik und Softwaresysteme bis hin zur Leistungsfähigkeit
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Systemlösungen: Der Schlüssel zu maximaler Ressourceneffizienz
Maximale Ressourceneffizienz entsteht nicht durch die Optimierung einzelner Komponenten, sondern durch intelligente Systemlösungen. Wer das volle Potenzial ausschöpfen möchte, muss die Belüftung als integriertes Gesamtkonzept verstehen. Nur ein konsequent systemorientierter Ansatz erschließt die verfügbaren Einsparpotenziale vollständig. Gegenüber klassischen, komponentenfokussierten Konzepten lassen sich damit häufig Energieeinsparungen von 50 Prozent oder mehr realisieren.
Ressourcenschonende Belebungsbeckenbelüftung
Rund 60 bis 70 Prozent des gesamten Energieeinsatzes einer Kläranlage werden für die Belüftung der Belebungsbecken aufgewendet. Damit stellt die biologische Reinigungsstufe den größten Energieverbraucher in der Abwasserbehandlung dar – zugleich jedoch auch den wirksamsten Ansatzpunkt für Effizienzsteigerungen. Mit fundierter Prozesskenntnis, dem Einsatz moderner Technologien sowie intelligenter Steuerungs‑ und Regelungskonzepte lässt sich die Belebungsbeckenbelüftung deutlich energie‑ und ressourceneffizienter betreiben. Darüber hinaus können auch weitere Prozessluftanwendungen wie Sandfänge oder Faultürme mit geeigneten Lösungen wirtschaftlich und energieoptimiert ausgelegt werden. Plattenbelüfter finden zudem Anwendung bei Ozoneinträgen in fortgeschrittenen Reinigungsstufen, etwa in der vierten Reinigungsstufe.
Belüftung als Gesamtsystem
Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die Belüftung nicht isoliert über einzelne Komponenten zu betrachten, sondern als ganzheitlichen Prozess zu verstehen. Entscheidend ist das abgestimmte Zusammenspiel von Sauerstoffbedarf, Luftbereitstellung und ‑verteilung, Mess‑ und Regelungstechnik, biologischen Abläufen, verfahrenstechnischen Vorgaben sowie den jeweiligen Standortbedingungen.
Erst wenn all diese Faktoren und ihre gegenseitigen Abhängigkeiten konsequent berücksichtigt und intelligent aufeinander abgestimmt werden, lassen sich substanzielle Energieeinsparungen realisieren und dauerhaft nachhaltige Kostenvorteile erzielen.
Das perfekte Zusammenspiel ist entscheidend
Belüfterelemente, Gebläse und Verdichter, der Gebläseraum, Rohrleitungs- und Armaturenkonzepte, Sauerstoffüberwachung, Mess‑ und Regelungstechnik sowie die übergeordnete Anlagensteuerung sind in Auslegung und Betrieb eng miteinander verknüpft. Welche Vorteile sich aus dieser systemischen Betrachtung ergeben, lässt sich exemplarisch an ultrafeinblasigen Belüftern zeigen: Durch ihr besonders homogenes und feines Blasenbild wird bei gleicher Luftmenge deutlich mehr Sauerstoff in das Wasser eingebracht. Der dadurch reduzierte Luftbedarf ermöglicht den Einsatz kleinerer oder geringerer Anzahl an Gebläsen und Verdichtern, was den Gesamtenergieverbrauch unmittelbar senkt. Gleichzeitig können auch der Gebläseraum, das Rohrleitungssystem und die Regelarmaturen kompakter ausgelegt werden. In vielen Fällen erlaubt diese Optimierung zudem eine Verringerung des erforderlichen Beckenvolumens – in bestimmten Projekten sogar den vollständigen Verzicht auf einzelne Belebungsbecken.
10 % weniger Investitionskosten, 50 % geringere Betriebskosten
Ebenso entscheidend ist der Einsatz eines leistungsstarken, dynamisch arbeitenden Systems zur Sauerstoffüberwachung und ‑regelung. Es stellt eine bedarfsgerechte Steuerung sicher und bildet die Grundlage für eine flexible, lastenabhängige Sauerstoffzufuhr auf Basis der jeweils ankommenden Schmutzfracht. Ein konsequent auf Systemintelligenz ausgerichteter Lösungsansatz führt dabei typischerweise zu einer Reduzierung der Investitionskosten um rund 10 Prozent sowie zu Einsparungen bei den Betriebskosten von bis zu 50 Prozent.
Ein vollständig integriertes System, das Effizienz, Zuverlässigkeit und langfristige Anlagensicherheit gewährleistetNeue Maßstäbe in der Belüftungstechnik
Case Studies
Hier finden Sie aktuelle Informationen zu den Themen Wasser- und Abwasseraufbereitung, Fördermöglichkeiten, technologische Zukunftsperspektiven und vieles mehr. Profitieren Sie von der jahrzehntelangen Erfahrung und dem aktuellen Fachwissen der Aerzener Maschinenfabrik.
Wie können Sie durch Abwasserbehandlung Energiekosten einsparen? Welche Möglichkeiten bieten sich bei der Planung neuer Anlagen, beim Austausch alter Modelle und Komponenten oder bei der Modernisierung? Das sind wichtige Fragen für jeden Betreiber einer Abwasserbehandlungsanlage. AERZEN kann all Ihre Fragen mit seinen vielseitigen und vielfältigen Lösungen beantworten.
AERZEN ist ein international führender Anbieter von Lösungen für die Abwasserbehandlung und -reinigung. Die Abwasserbehandlung in Kläranlagen ist einer der größten Anwendungsbereiche für die Gebläsetechnologie von AERZEN. Kompressoren, Gebläse und Turbogebläse sorgen für die Belüftung der Belüftungsbecken in allen Arten von Kläranlagen. Das Anwendungsspektrum reicht von kleinen biologischen Kläranlagen bis hin zu größeren Anlagen, die für die Abwasserbehandlung mehrerer Gemeinden zuständig sind. Die Maschinen von AERZEN reichern das Abwasser an, indem sie der Druckluft Sauerstoff zuführen. Der benötigte Sauerstoff wird dann den Bakterien zugeführt, wodurch diese in der Lage sind, Abfallpartikel im Belüftungsbecken auf biologische Weise abzubauen und zu beseitigen. Dieser Schritt der Abwasserbehandlung macht 60–80 % der gesamten Energiekosten der Kläranlage aus. Angesichts dieses hohen Anteils an den Energiekosten ist davon auszugehen, dass durch den Einsatz der effizientesten verfügbaren Technologie viel Geld eingespart werden kann.
Im Hinblick auf diese Energietechnologie besteht ein weiterer wichtiger Schritt zur Steigerung der Effizienz darin, die täglichen und jährlichen Schwankungen zu überwachen und zu optimieren. Ein Beispiel hierfür wäre der Energieverbrauch für die Belüftung eines Belebungsbeckens in einer beliebten Ferienanlage: an einem warmen Sommertag mit deutlich höherem Durchsatz im Vergleich zu einem kalten Wintertag. Wenn die Leistung der Gebläse auf diese Schwankungen abgestimmt und angepasst werden kann, lassen sich erhebliche Kosten und Energie einsparen. Um dies zu erreichen, lohnt es sich, jede einzelne Situation genauer zu betrachten. Wie groß ist die Kläranlage, gibt es große Schwankungen und/oder ist die Auslastung gleichmäßig verteilt? Arbeiten alle Gebläse mit optimaler Leistung und sind sie auf die Regelrate und die Auslastungsrate der Kläranlage abgestimmt? Wie viel Platz steht für das Gebläse zur Verfügung? Wie lange halten die Anlagen noch und wann ist eine Generalüberholung fällig? Grundsätzlich muss jede Kläranlage genaue Pläne erstellen.
Drehkolbengebläse
Drehkolbengebläse, wie z.B. der AERZEN Delta Blower, sind die Arbeitspferde unter den Gebläselösungen: Mit relativ geringen Anschaffungskosten können sie große Regelbereiche abdecken und bieten dadurch flexible Einsatzmöglichkeiten. Drehkolbengebläse passen sich Druck- und Temperaturschwankungen gut an.
Der Einsatz von Drehkolbengebläsen ist mit Abstand die am weitesten verbreitete Methode in der Abwasseraufbereitung. Die große Flexibilität im Regelbereich kann mittels Frequenzumrichterantriebes einfach realisiert werden. So wird auch bei Kapazitätsschwankungen ein nahezu konstanter Wirkungsgrad erzeugt. Die vergleichsweise geringen Investitionskosten werden in kürzester Zeit amortisiert.
Turbogebläse bzw. Turboverdichter
Die Turbotechnologie ist oftmals die effizienteste Lösung für eine Anwendung mit einem eingeschränkten, konstanten Regelbereich und konstanter Drehzahl. Bei Dauerbetrieb nahe seines Auslegungspunktes ist die Energieeinsparung durch den Turbo im Vergleich zu Drehkolbengebläsen erheblich. Die bei der Anschaffung entstehenden höheren Kosten werden später leicht durch die Effizienz des Turbos ausgeglichen. Weniger geeignet ist der Einsatz eines Turbos bei einer Anlage mit regelmäßigen extremen Druck- und Strömungsschwankungen.
Ein weiterer Vorteil des Turbos ist seine geringere Größe. Er benötigt einen kleineren Einbauraum, was eine flexiblere Nutzung des Gebläseraums ermöglicht (wie z. B. für die Nachrüstung oder Neugestaltung des Systems). Das kann zusätzlich Kosten reduzieren. AERZEN liefert den Turbo und auch die anderen Technologien als Paket: Motor, Gebläse und Steuerung werden als komplette Maschine angeliefert und vereinfachen den Einbau.
Hybridgebläse (Drehkolbenverdichter oder Drehkolbenkompressor)
Ein Hybrid-Gebläse vereint die positiven Eigenschaften bzw. Vorteile der Drehkolbengebläse und Schraubenkompressoren mit der Effizienz der Turbogebläse. Der entscheidende konstruktive Unterschied ist der Einsatz eines Niederdruck-Schraubenrotors statt eines geraden oder gelappten Drehkolbenrotors. Dadurch können auch hohe Durchfluss- und Druckschwankungen flexibel und effizient gehandhabt werden. Hybridgebläse bieten einen ähnlich großen Regelbereich wie Drehkolbengebläse und garantieren ein relativ konstantes Volumen bei Druckveränderungen. Ein Hybridgebläse hat einen Regelbereich von 25 bis 100 %. Der Vorteil gegenüber Turbogebläsen ist der relativ hohe Wirkungsgrad in den Teillastbereichen der Maschine.
Der Einbau einer Kombination der oben vorgestellten Maschinentechnologien lohnt sich vor allem in großen Kläranlagen oder einer Anlage mit hoher Auslastung und großen Schwankungen. So kann z.B. ein Turboverdichter für die Grundlast verwendet und für die Spitzenlast oder bei niedrigen Strömungsbedingungen ein Hybridgebläse hinzugeschaltet werden.
Die verschiedenen Maschinentypen können im Sandfang und im Belebungsbecken gleichermaßen eingesetzt werden. Ein Kombinationsbetrieb bestehend aus Turbogebläse, Drehkolbenverdichter und Drehkolbengebläse kann die Energieeffizienz verbessern und die Betriebskosten der Kläranlage erheblich senken. AERZEN bietet hierfür Lösungen mit seinem Konzept „Performance³“.
Die erste ist die intelligente AERZEN Performance³ Software "AERsmart", die für jeden geforderten Betriebspunkt die energieeffizienteste Maschinenkombination auswählt und damit garantiert, dass alle Maschinen mit maximaler Effizienz arbeiten.
Die Anwendungen in der Abwassertechnologie sind vielfältig. Um bei der Ermittlung des jeweils passenden und effizientesten Systems zu unterstützen, bietet AERZEN seinen Kunden ein spezielles Audit, das AERaudit, an, bei dem Leistungsdaten einer bestehenden Anlage gemessen und ausgewertet werden. Aufgrund dieser Analyse können Verbesserungs- und Energiesparpotenziale für jede Kundenanlage ermittelt werden. Darüber hinaus hat AERZEN für seine Kunden eine umfangreiche Materialsammlung für die Planung von Anlagen zusammengestellt. Neben zahlreichen Produkt- und Planungsinformationen finden Anlagenbauer, Ingenieurbüros und Betreiber von Kläranlagen auch Hilfen zur Berechnung von Betriebsdaten, wichtige Informationen zur Maschinenraumgestaltung und Tipps zur Möglichkeit der Wärmerückgewinnung bei der Abwasseraufbereitung.
Zahlreiche Anwenderberichte im Bereich der Abwasserreinigung verdeutlichen beispielhaft, wie mit dem passgenauen Einsatz verschiedener Gebläsetechnologien effiziente Lösungen für ganz unterschiedliche Anforderungen geschaffen werden.
So konnte in der 1974 erbauten Silverstone Kläranlage in Colorado, USA, die für die Abwasserreinigung und Abwasseraufbereitung mehrerer Kommunen – darunter Urlaubsorten mit hohen Bedarfsschwankungen – verantwortlich ist, durch das Ersetzen der alten Zentrifugalgebläse mit AERZENER Gebläsetechnologie und zusätzlichen Frequenzumrichtern die Gesamteffizienz der Anlage deutlich gesteigert werden.
Der hier eingesetzte AERZEN Turbo TB 100 ist mit einem Permanent-Magnet-Motor ausgestattet, der speziell für die Hochfrequenz und Hochdrehzahlanforderungen einer direkt angetriebenen Turboanwendung entwickelt wurde. Dadurch konnte der Lärmpegel drastisch reduziert und ein Gehörschutz überflüssig gemacht werden. Darüber hinaus kann die Warmluft aus dem Kühlsystem des Gebläses im Winter zur Wärmerückgewinnung und somit zum Heizen der Anlage verwendet werden.
Aber auch zahlreiche Erfolgsgeschichten aus der näheren Umgebung sprechen für die Qualität und Rentabilität der Produkte aus Aerzen: In der Kläranlage Emsbüren im südlichen Niedersachsen ersetzt seit März 2016 eine luftgelagerte Turbomaschine von AERZEN einen magnetgelagerten Turbo eines Mitbewerbers. Der Turbo der Serie TB50-0.8 S deckt den Mittel- und Hochlastbetrieb der für 16.000 EGW ausgelegten Anlage ab. Der Schwachlastbetrieb in der Nacht wird mit einem Drehkolbengebläse abgedeckt. Der AERZENER Turbo wird im intermittierenden Betrieb gefahren.
Beim Anfahren fährt der luftgelagerte Turbo zunächst in den Volllastbetrieb hoch, hält diesen Betriebszustand für 10 Minuten. Anschließend werden 60 bis 70 % des maximalen Volumenstroms für einen Zeitraum von 60 bis 80 Minuten reduziert. Ist der erforderliche Sauerstoffgehalt im Belebungsbecken erreicht, wird der Turbo zunächst auf Leerlauf und danach ganz abgeschaltet. Durch den intermittierenden Betrieb mit bedarfsgerechten Abschaltungsphasen wurde es möglich, flexibel auf unterschiedliche Auslastungsanforderungen zu reagieren und Energie zu sparen. Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem luftgelagerten Turbo aus AERZEN wurde innerhalb des zuständigen Wasserverbandes Lingener Land entschieden, auch in der Kläranlage Spelle eine magnetgelagerte Maschine durch einen luftgelagerten Turbo von AERZEN zu ersetzen.
Eine weitere Erfolgsgeschichte von AERZEN in Deutschland ist die Kläranlage Holzkirchen bei München. 80% der Gesamtenergiekosten der Kläranlage entstehen hier für den Antrieb der Gebläse. Daher rechneten sich hier eine passgenaue Auslegung und Wirkungsgradsteigerungen besonders schnell. Für den wechselnden Luftbedarf in den Belebungsbecken wurde eine genaue Luft-Dimensionierung mithilfe einer genauen Regelung benötigt. In der AERsmart Steuerung von AERZEN fand man eine geeignete Lösung. Diese koordiniert auf der Grundlage des benötigten Luftbedarfs unterschiedliche Gebläsetypen miteinander. Vergleichbar mit einem Autopiloten übernimmt der AERsmart das Steuer- und Regelmanagement der Aggregate mit unterschiedlichen Wirkprinzipien und setzt sie bedarfsgerecht ein. Die Grundlast leistet ein Turboverdichter des Typs TB75-0.8S. Bei Spitzenlasten wird zusätzlich ein Drehkolbenverdichter der Reihe Delta Hybrid eingesetzt, bei niedrigerer Belastung, also Unterforderung des Grundlast-Turbos, übernehmen zwei Delta-Blower älteren Typs die Luftversorgung. Teilauslastungen innerhalb der Anlage werden durch die zielgenaue Steuerung und den differenzierten Einsatz der einzelnen Maschinen weitgehend vermieden. Gleichzeitig wird die Energieeffizienz gesteigert. Effiziente Abwasserbehandlung leicht gemacht mit AERZEN!